Preisträger*innen
„Mädchen im Treppenhaus“, Merit Junghans, Winsen
In Mädchen im Treppenhaus von Merit Junghans wird ein alltäglicher Ort Schauplatz von einer faszinierenden und beinahe seltsamen Geschichte. Die Kammerspielartige Inszenierung wird von Merit Junghans brillant umgesetzt. Der Film überzeug auf allen Ebenen und glänzt durch starke Bildsprache und Motive auf engstem Raum. Besonders die Farbgebung und das ästhetische Konzept und die Kameraeinstellungen zeigen wie reif und professionell der Film ist. Durch das reduzierte und doch pointierte Schauspiel wurde uns die Gefühlswelt der Protagonist:innen näher gebracht und berührte und uns sehr. Ein gro0e Stärke des Films ist es, dass er Raum für eigene Interpretationen lässt und man ihn auch metaphorisch lesen kann. So gingen wir aus dem Film mit mehr Fragen als wir gekommen sind. Und genau so soll es sein. Mädchen im Treppenhaus hallt lange nach und wird noch für viel Aufmerksamkeit sorgen. Wir schauen ihn gerne noch ein zweites oder drittes Mal.
„Black Friday“, Lena Pape (Louis Uttich), Schneverdingen
In nur 6 Minuten schafft ihr es uns in eurem historischen Beziehungsdrama in das frühe 20en Jahrhundert zu katapultieren. Eure toll entwickelte und präzise Bildsprache hat uns innerhalb kürzester Zeit in ihren Bann gezogen. In eurem Film sticht aber vor allem eins heraus: Euer Vertrauen in eure Schauspieler:innen. Ihnen traut ihr richtig viel zu und das zahlt sich bei dieser Erzählung richtig aus. Die einprägsamen Bilder und die toll eingeführten Protagonisten sorgen für einen extrem gut durchdachten und dichten Einstieg in das Hauptthema: Die Rezession der 20er Jahre, ein gerade wieder hochaktuelles Thema.
Doch euer Focus in dem Film liegt nicht nur dort – ein ausgefeiltes Drehbuch und eine wirklich toll ausgeprägte Kinematographie sorgen für eine intensive Stimmung und glaubwürdige Handlung. Sauschöne Szenenbilder, toll ausgewählte Locations und Kostüme und eine tolle Kameraarbeit. Das Ganze als historisches Aufarbeitungsdrama, was über die Beziehungsebne der Protagonist:innen funktionier. Vielen Dank und Respekt für diese tolle Arbeit. Bitte macht unbedingt in diesem Team weiter.
„Eye Connect“, David Ludwig, Peine
Ihr habt uns überrascht. Mit einem großen technischen und kreativen Elan habt ihr tolle Bilder mit uns geteilt. Ihr habt kreativ eine Zukunftswelt gebaut und darin einen Wertekonflikt aufgebaut.
Sozialkritisch habt ihr Themen aufgegriffen die euch am Herzen lagen und all das habt ihr mit einem professionellen und humorvollen Auge getan.
Augmented Reality- ihr hattet einen unglaublichen Ideenreichtum und die Art und Weise wie ihr eure Vision umgesetzt hat ist unglaublich.
Mit großem technischen Können habt ihr eine Geschichte gebaut die uns überzeugt hat und wir freuen uns und bitten euch darum, weiter Filme zu machen.
Der Preis der Uelzener Versicherungen geht an „Eye Connect“
https://vimeo.com/1032870186/ee03f4572f
„Time after Time“, Simeon Schmidt, Hannover
Wir als Jugendjury haben uns entschieden, unseren Preis, gestiftet von der Jungen Presse Niedersachsen, an einen Film zu verleihen, der uns von Beginn an mit seiner unfassbar überzeugenden Darstellung einer fiktiven Welt in seinen Bann gezogen hat. Durch geschicktes Wählen atemberaubender Drehorte und überzeugende Kostüme hatte man als Zuschauer das Gefühl ein Teil dieser düsteren Welt zu sein. Obwohl dieser Film zwar einer der längsten Spielzeiten hatte, war jede Szene von Bedeutung. Es hat weder an der technischen Umsetzung noch an der musikalischen Untermalung gemangelt. Und was wir nicht vergessen sollten: Ein weiterer Grund für unsere Entscheidung ist die Maske, die durch ekelerregende - und das ist positiv gemeint - und faszinierende Darstellung von Wunden beeindruckt hat. Das beste Beispiel ist wohl eine Szene, die bei uns in der Jury als „Nudelwunde“ bekannt geworden ist.
Unser Preis geht an: „Time After Time“, eingesendet von Simeon Schmidt.
„Stumme Hilfe”, SCI FI AG der IGS Lüneburg
Liebe Schüler der SCI FI AG der IGS Lüneburg.
Was ist denn bei euch in der Schule los? Wie verrückt bitte ist das denn? Da beschäftigt ihr euch im Unterricht mit Themen wie Utopie, Dystopie und Raketenbau und am Ende kommt auch noch ein Film raus, der durch seine doch sehr besondere Art der Entstehung auch noch visuell, also von der Art und Form der Bilder, extrem von der Machart unterscheidet, wie klassischerweise Filme produziert wird. Wow… Was für ein Experiment.
Ihr habt eine Filmidee gehabt, viele Aufnahmen gemacht und dann das Ganze in einen KI Mixer geschmissen und daraus ein sehr außergewöhnliches Werk entstehen lassen. Habt ihr da etwa in die Zukunft geschaut, wie Filme vielleicht in Zukunft entstehen? Ja klar, schließlich seid ihr ja die SciFI AG – und da schaut man schließlich in die Zukunft. Euch gebührt ein Preis für euren Mut und die viele Arbeit, wie ihr in die Zukunft schaut. Vielen Dank für ein tolles Stück Kunst und Fleiß. Bitte versucht auch in Zukunft so viel wie möglich auszuprobieren und bleibt neugierig.
„Fuhse News“, Grundschule Fuhsestrasse, Klasse 3d, Hannover
Alle Menschen haben dieselben Rechte, sowohl die schlauen, als auch die dummen.
In eurer fantastischen News Show wird klar, was euch im Alltag bewegt. Nämlich Fairness und das Menschen, die mit euch leben und zur Schule gehen, die aber aus verschiedenen Gründen ihre Heimat verlassen mussten, jetzt hier in Deutschland nicht die gleichen Rechte haben wir ihr.
Ihr als aufgeweckte, liebenswürdige Klasse setzt euch in eurem Film für Aufklärung und Integration ein und macht euch stark für ein faires Miteinander. Noch mehr ihr geht sogar auf die Straße, im Film und ich Echt. Eure Show lässt schweres leicht aussehen, faires freundliches und friedliches Miteinander. Mit eurem Film kommt ihr eurem Motto ein ganzes Stück weiter so, herzlichen Glückwunsch!
„Project 23“, Flemming Teige, Neu Wulmstorf
Ihr habt diesen Film vollgepackt mit einem Ideenreichtum und einer großen Freude für Film.
Ihr habt Genrebruch begangen und das auf eine Art und Weise, dass wir viel lachen mussten. Mit einem Elan und einer Selbstüberzeugung habt ihr richtig losgelegt. Man hat euren Spaß gemerkt und dieser ist mit einer Lebendigkeit übergeschwappt.
Die Kamera, Action, Comedy und die Erlaubnis, dass wir auch die Outakes sehen durften - wow! Ihr seid wild wie ihr das macht. Danke, dass ihr das seid! Weiter so!
„Tomorrow“ Florian Lammert, Hannover
Der Film Tomorrow von… ist ein stimmungsgeladener, experimenteller Thriller. Mit wenigen Mitteln erzeugt der Film große Effekte. Besonders die Stimmung ist beklemmend und verwirrend zugleich. Dies gelingt durch den gekonnten Einsatz von Filmmusik, Soundeffekten, und aufwändigen Übergängen. Dabei kommt der Film komplett ohne Dialoge aus. Wir als Jury sind der Meinung, dass die mysteriöse atmosphärische Aura den Film ausmacht. Den Filmemachern ist es gelungen, uns in Ihren Bann zu ziehen (wir wollten gar nicht mehr raus aus dem Film.) Wir sehen großes erzählerisches und gestallterisches Potential, welches wir fördern möchten indem wir euch eine Bühne und noch mehr Austausch auf dem nächsten Nachwuchsfestival Up and Comming anbieten möchten.
„Fuhse News“, Grundschule Fuhsestrasse, Klasse 3d, Hannover
Eine weitere Lobende Erwähnung vergeben wir an „Fuhse News“. Ihr habt auf Kindgerechte Art ein wichtiges und leider immer noch sehr aktuelles Thema erklärt und ein Zeichen für Frieden gesetzt.
„kein Bock“ Schule am Sultmer-Northeim, Göttingen
Wir vergeben unsere Lobende Erwähnung an das Musikvideo „kein Bock“. Es hat super viel Spaß gemacht euch zuzusehen, wie ihr gesungen, gerappt und getanzt habt. Genauso wie die Bunten visual effects, die der Welt noch mehr leben verliehen haben.
„Daria Kablash“ Celle
Wir als Jury wollen eine Lobende Erwähnung aussprechen. Allerdings nicht für einen Film, sondern für eine Filmemacherin.
Daria Kablash
Sie hat bei den diesjährigen Filmtagen 3 Filme eingereicht. In all diesen Filmen hat sie mit einem großen Mut, Geschichten erzählt, die die komplexen Herausforderungen mit Krieg, psychischer Krankheit und einer Pandemie zeigen. Sie hat Menschen, Geschichten und Gefühlen eine Stimme und ein Bild gegeben.
Das Sichtbarmachen dieser verschiedene Umstände, Gefühlslagen und dem Wunsch nach Frieden wollen wir mit einem großen Lob erwähnen.
Rückblick Uelzener Filmtage 2024
Unser Konzept
Vom 20.-22.11.2026 finden die Uelzener Filmtage statt.
Drei besondere Wettbewerbsbedingungen unterscheiden die „Uelzener Filmtage“ von anderen vergleichbaren Wettbewerben:
- das Alter ist auf maximal 20 Jahre begrenzt
- die Teilnehmer:innen müssen aus Niedersachsen kommen
- die Filmlänge darf 20 Minuten nicht überschreiten.
Mit der niedrigen Altersgrenze wird gewährleistet, dass sich Schüler:innen und Jugendliche untereinander messen können. Filmstudent:innen, die sich häufig bei Festivals bewerben, treten daher nicht in Konkurrenz zu den jugendlichen Filmemacher:innen. Die Begrenzung auf Niedersachsen macht aus den Filmtagen einen landesweiten Wettbewerb. Die Teilnehmer:innen kommen dementsprechend von Göttingen bis Essen und von Quakenbrück bis Wittingen. Mit der Einschränkung der Filmlänge sind die Filmemacher:innen gezwungen, sich kurz zu fassen und das Wesentliche präzise darzustellen.
Bis zum 01.09.2026 können die Wettbewerbsbeiträge eingereicht werden, die danach eine Vorauswahl durchlaufen müssen. Für das Festival werden dabei ca. 40 Filme ausgewählt, die am Festival-Wochenende im Beisein der Filmemacher:innen und einer Fach- und Jugendjury sowie vielen Gästen vorgeführt werden. Die Kommunikation unter den Filmemacher:innenn und mit dem Publikum wird durch eine besondere Maßnahme gefördert: nach jedem Filmblock mit ca. 4 – 8 Filmen gibt es eine Gesprächsrunde auf dem „Roten Sofa“, bei dem das Publikum den Filmemacher:innenn Fragen zu einzelnen Details der Aufnahmen oder besonderen Produktionsbedingungen stellen kann.
Neben dem Festival mit der Preisverleihung der „Uelzener Filmrolle“ am Abschlusstag bildet das Begleitprogramm einen besonderen Schwerpunkt der „Uelzener Filmtage“. Während des Festivals finden verschiedene Workshops statt, bei denen die Teilnehmer:innen ihr fachliches Wissen erweitern können. Außerdem gibt es Angebote, die einen Einblick in das spätere Berufsleben im Medienbereich vermitteln:
Die „Uelzener Filmtage“ sind für die Teilnehmer:innen einerseits ein Gradmesser im Vergleich mit anderen Filmemacher:innen; andererseits ist dieses Festival auch ein Sprungbrett für andere Wettbewerbe: so haben Teilnehmer:innen der „Uelzener Filmtage“ bereits beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend und Video“, beim internationalen „up-and-coming-Festival“, Hannover, oder dem renommierten „Victor-Klemperer-Wettbewerb“ Preise gewonnen.